Jahresrückblick 2015 mit Tim Renner

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Von Viktoria Renner

Man könnte meinen, mein Vater Tim Renner habe dank seines neuen Jobs als Berliner Kulturstaatssekretär so viel Ahnung von U-Musik, wie ich von Opernarien. Ich habe den ex-Motor Entertainment Chef deshalb nach seinem musikalischen Jahresrückblick gefragt und mussten feststellen: Trotz politischem Amt fällt der musikalische Apfel gelegentlich nicht weit vom Stamm…

Den gesamten motor.de Jahresrückblick könnt ihr auch in dieser Playlist nachschauen.

 

Tame Impala haben uns dieses Jahr mit jugendlicher Sünde und elterlicher Weisheit beglückt. “The Less I Know The Better” erinnert mich nicht nur an die Mathestunden-Fantasien meiner Jugend (kein wunder, dass ich Statistik bis heute nicht verstehe), sondern auch an die damalige Erkenntnis, das viel Wissen nicht zwangsläufig glücklich macht – und das galt natürlich auch für 2015.

Danke für die väterlich-wohlwollende Erinnerung, Paps.
Sieht man sich demnächst beim Tame Impala Konzert statt im Theater

Jamie XX hat meinem Vater und vielen anderen da draußen überraschend die Musik von Young Thug näher gebracht.

Und schon wieder ein Jugendrevival. Es gab nämlich kaum etwas, mit dem ich meinen Vater mehr schocken konnte, als mit meiner kurzen Cheerleaderkarriere. Als ich mich damals mit den älteren Jungs aus dem Footballteam zu Reggae, Hip Hop und Dancehall ins YAAM geschlichen habe, hatten meine Eltern alles andere als Good Times. Danke, Jamie XX, dass mein Vater endlich versteht, weswegen ich zumindest die Musik von damals zum Teil immer noch feiere. Dancehall ist tot, lang lebe Dancehall 2.0.

Von Zukunftsängsten zu Tiefenentspannung: Bilderbuch haben 2015 alles richtig gemacht. Grundsätzlich gab es 2014 keine Band, die ich mehr gefeiert habe. Bilderbuch haben jedoch geschafft, was nur die wenigsten Kerle schaffen, denn ich bin auch mit Album Nummer 3 verliebt wie eh und je. OM hat mich auch 2015 erfolgreich durch die Klausurenphase gebracht. Dabei wurde „Kind du musst was lernen, sonst verdienst du nichts“ nahtlos durch „Quit living on dreams“ und Rum Kokos für’s Karma abgelöst.

Prost auf so viel Gelassenheit.

The Weeknd war 2015 omnipräsent. Und irgendwie war für jeden was dabei.

Da Väter ja nicht wirklich auf Bad Boys stehen (und vor allem nicht meiner, das erwähnte ich ja bereits), kann ich gut verstehen, warum in der Orginal-Playlist nicht „The Hills“ sondern „Can’t feel my face“ zu finden ist. Aber mal im Ernst: nicht enden wollende Suchtverhältnisse sind auch nicht besser. Besonders für die Schleimhäute. Deswegen habe ich mal kurzerhand den Song ausgetauscht. Denn The Weeknd war 2015 wirklich großartig – darüber sind wir uns definitiv einig.